Archiv der Kategorie 'Vorbereitung'

JfD im ITS Bad Arolsen (2)

Das nach vorne verlängerte Wochenende 06.08.09 bis zum 09.08.09 verbrachte ein Teil der am Projekt Beteiligten (Team Frankreich und Team Israel) in Bad Arolsen bei einem Besuch bei einem unserer Kooperationspartner, dem Internationalen Suchdienst (ITS).
Susanne Urban, die bis vor kurzem noch unsere Ansprechpartnerin bei der Internationalen Schule für Holocaust Studien Yad Vashem war, und nun die Forschungsabteilung beim ITS leitet, hatte sich ein reichhaltiges und äußerst interessantes Programm für uns überlegt. Unser Besuch begann (aufgrund unseres Verschuldens) mit leichter Verspätung, aber in herzlicher Atmosphäre beim Zusammentreffen mit einigen MitarbeiterInnen des ITS. Sowohl der Leiter des Suchdienstes, Herr Blondel, als auch Frau Siebert (Leiterin der Abteilung Humanitäre Anfragen), Herr Jost (Leiter des Archivs) und Susanne Urban (Leiterin der Abteilung Forschung) hatten sich viel Zeit genommen, um uns zu treffen und sich zunächst unser Projekt näher erläutern zu lassen. Anschließend bekamen wir eine Einführung in Geschichte, Struktur und Arbeitsweise des ITS. Beeindruckt waren wir nicht nur von der Reichhaltigkeit des im ITS vorhandenen Materials und den kompetenten Ausführungen und Antworten auf unsere Fragen, sondern auch von der freundschaftlichen Atmosphäre und dem großen Interesse, das uns ebenso entgegengebracht wurde.
Herr Jost führte uns nach der Mittagspause durch die verschiedenen Bereiche des Archivs, wobei er es immer verstand, zusätzlich zu den allgemeineren Erläuterungen besonderen Bezug auf den Komplex Mittelbau-Dora zu nehmen. Dabei wurde deutlich, welche Möglichkeiten in diesem Archiv bestehen, die Aspekte zu betonen, die in so vielen Ausstellungen, Projekten, Publikationen etc. herausgearbeitet werden sollen: Einerseits die ungeheuren Dimensionen der Massenverbrechen an Millionen Menschen, als auch – nur einen Griff in die Akten entfernt – das konkrete Einzelschicksal der Opfer. So „erschlagen“ man sich von der schieren Masse an Dokumenten fühlt, so berührt ist man von den persönlichen Geschichten, die sich mit jedem Stück Papier verbinden.
Der Abend klang dann mit einem gemeinsamen Abendessen mit Susanne Urban in Bad Arolsen aus.

Am nächsten Tag begannen wir mit einer Einführung von Frau Domenicus zu den vielfältigen Recherchemöglichkeiten im Archiv des ITS. Danach arbeiteten wir mehrere Stunden in Kleingruppen zu unseren Interviewpartnern, die wir für das Projekt besuchen wollen. Dabei waren wir überrascht, welche Fülle von Materialien wir finden konnten. Diese werden unser Projekt unglaublich bereichern und insofern es unsere Gesprächspartner wünschen und nicht schon selbst Anfragen diesbezüglich gestellt haben, können wir ihnen und ihren Familien diese Materialien auch zur Verfügung stellen.
Ein anschließender Termin mit Frau Flor von der PR-Abteilung ermöglichte es uns, unser Projekt und die Kooperation mit dem ITS weiterhin bekannt zu machen.
Am Nachmittag zeigte uns Susanne Urban dann noch in einem Nachbarort von Bad Arolsen einen lokalen Gedenkort, der sich an der Stelle des früheren jüdischen Friedhofs befindet. Er wurde ursprünglich 1948 angelegt, über die Jahre jedoch vernachlässigt und überwuchert. Erst in jüngster Zeit wurde die Anlage auf Initiative einer Einzelperson restauriert und ist nun wieder zugänglich.
Am Abend waren wir privat bei Susanne Urban eingeladen, wo uns ein wunderbares Abendessen in freundlicher Atmosphäre und bei guten Gesprächen erwartete.
Besonders ihr, aber natürlich auch allen anderen MitarbeiterInnen des ITS sei an dieser Stelle für alles gedankt. Team Frankreich reiste am Samstag Morgen wieder gen Leipzig ab, während Susanne Urban mit Team Israel noch einen eintätigen Workshop zur Erinnerunskultur in Israel durchführte…

Martin
für
Team Frankreich

JfD im ITS Bad Arolsen (1)

Pressemitteilung aus dem ITS Bad Arolsen zu unserer Kooperation und unserem Besuch dort am Wochenende:
>klick<

Ein Bericht unserer Reisegruppe folgt…

Update 12.08.:
Auch die Hessische/Niedersächsische Allgemeine berichtet.

Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine und die Waldeckische Landeszeitung vom 12.08.2009.

Traurige Nachricht

Soeben erreichte uns die traurige Nachricht, dass einer der ehemaligen Häftlinge aus Frankreich, den wir um eine Teilnahme am Projekt angefragt hatten, am Donnerstag im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Erst diese Woche hatten wir unseren zweiten Brief an ihn geschickt.
Das macht betroffen, zeigt aber auch zugleich wie wichtig es ist, gerade jetzt das Projekt durchzuführen.

Martin
für
Team Frankreich

Kameraworkshop / 64. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora

Am 7. April 2009 fand im Vorfeld des 64. Jahrestages der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora unser vereinsinterner Kameraworkshop in der Gedenkstätte statt. Von Martin N. organisiert kamen neben dem Leiter des Workshops Michael Heinz vom Leipziger SAEK neun TeilnehmerInnen zusammen, um das technische Know-How für unsere Interviews zu erlernen. Dank dem vom Offenen Kanal Eichsfeld zur Verfügung gestellten Equipment konnten wir in kleinen Gruppen an mehreren Kameras und Beleuchtungsausstattungen üben. Neben neu erlerntem Fachjargon („Führung und Kante“) konnte bald festgestellt werden: „Wow, sieht aus wie bei Guido K.!“. Was freilich nicht unser Ziel ist, aber doch Mut macht, dass man auch mit bescheidenen Mitteln professionelle Aufnahmen machen kann.
Am darauf folgenden Tag hatten wir direkt die Möglichkeit, mit Herrn Leo Fontejn, einem ehemaligen Häftling des KZ Mittelbau-Dora, der jetzt in Australien lebt, ein Interview zu unserer speziellen Fragestellung durchführen und aufnehmen zu können. Am Donnerstag erklärte sich Avraham Lavi aus den USA dazu bereit, ein lebensgeschichtliches Interview mit Vereinsmitgliedern von „Jugend für Dora“ aufzuzeichnen, was für unsere Interviewer eine bewegende Erfahrung war.
Wie jedes Jahr nahm auch am 64. Jahrestag der Befreiung „Jugend für Dora“ an den Feierlichkeiten in der Gedenkstätte teil und betreute die Überlebenden, die zu diesem Anlass nach Nordhausen gekommen waren. Am Abend fand ein Abendessen statt, bei dem Doro den Verein, Francesca unsere Workcamps, sowie Josephine und Martin das Projekt „Die Zukunft der Zeitzeugen“ vorstellen konnten. Mindestens eine Einladung zu einem Überlebenden ergab sich direkt im Anschluß an jenen kurzen Programmpunkt.
Am Freitag begleiteten einige Vereinsmitglieder die ehemaligen Häftlinge auf einer Rundfahrt durch den Harz, während andere am Vormittag zusammenkamen, um die weitere Projektplanung voranzubringen.

Kameraworkshop_1

Kameraworkshop_2

Kameraworkshop_3

Kameraworkshop_4

Treffen an der Oder

Vom 2. bis 5. April 2009 nahmen Josephine und Martin für „Jugend für Dora e.V“, sowie Dr. Susanne Y. Urban als Vertreterin von Yad Vashem in Deutschland gemeinsam für das Projekt „Die Zukunft der Zeitzeugen“ am Treffen an der Oder teil. Fast 100 TeilnehmerInnen aus ca. 30 Projekten, die im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert werden, kamen in Frankfurt/Oder und Słubice zusammen, um ihre Vorhaben gut gerüstet auf den Weg zu bringen. Am ersten Tag ging es vor allem darum, gegenseitig in Kontakt zu kommen und sich mit einigen Formalien sowie dem Zeitplan bezüglich der Förderung näher vertraut zu machen. Am Freitag arbeiteten die TeilnehmerInnen in verschiedenen ganztägigen Workshops, wobei wir uns gemeinsam für „Oral history-Projekte mit Überlebenden des Holocaust, von Konzentrationslagern und Zwangsarbeit“ entschieden, da dieses Thema unser Projekt maßgeblich berührt.
Der dritte Tag war für die Arbeit in den einzelnen Projekten vorgesehen. Wir konnten einige wichtige Schritte für uns klären und verbrachten dabei einen wunderbaren ersten Frühlingstag auf der Dachterrasse des Collegium Polonicum. Außerdem konnte uns Franka Kühn, die bei der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, hilfreiche Tips für die PR bezüglich unseres Projektes geben.
Am Sonntag konnten wir an der Diskussion über die inhaltliche Ausrichtung der Geschichtswerkstatt Europa 2010 leider nicht komplett teilnehmen, da unser Zug uns bereits ab Mittag wieder Richtung Berlin brachte.
Trotz einiger Kritikpunkte und Differenzen in Bezug auf die Veranstaltung, die hier im einzelnen aber nicht erwähnt werden sollen, verbrachten wir in Frankfurt und Słubice ein spannendes und interessantes langes Wochenende mit guten Gesprächen und freundlichen neuen Kontakten.

Treffen_FFO_1

Treffen_FFO_2

Treffen_FFO_3