Archiv für April 2009

Kameraworkshop / 64. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora

Am 7. April 2009 fand im Vorfeld des 64. Jahrestages der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora unser vereinsinterner Kameraworkshop in der Gedenkstätte statt. Von Martin N. organisiert kamen neben dem Leiter des Workshops Michael Heinz vom Leipziger SAEK neun TeilnehmerInnen zusammen, um das technische Know-How für unsere Interviews zu erlernen. Dank dem vom Offenen Kanal Eichsfeld zur Verfügung gestellten Equipment konnten wir in kleinen Gruppen an mehreren Kameras und Beleuchtungsausstattungen üben. Neben neu erlerntem Fachjargon („Führung und Kante“) konnte bald festgestellt werden: „Wow, sieht aus wie bei Guido K.!“. Was freilich nicht unser Ziel ist, aber doch Mut macht, dass man auch mit bescheidenen Mitteln professionelle Aufnahmen machen kann.
Am darauf folgenden Tag hatten wir direkt die Möglichkeit, mit Herrn Leo Fontejn, einem ehemaligen Häftling des KZ Mittelbau-Dora, der jetzt in Australien lebt, ein Interview zu unserer speziellen Fragestellung durchführen und aufnehmen zu können. Am Donnerstag erklärte sich Avraham Lavi aus den USA dazu bereit, ein lebensgeschichtliches Interview mit Vereinsmitgliedern von „Jugend für Dora“ aufzuzeichnen, was für unsere Interviewer eine bewegende Erfahrung war.
Wie jedes Jahr nahm auch am 64. Jahrestag der Befreiung „Jugend für Dora“ an den Feierlichkeiten in der Gedenkstätte teil und betreute die Überlebenden, die zu diesem Anlass nach Nordhausen gekommen waren. Am Abend fand ein Abendessen statt, bei dem Doro den Verein, Francesca unsere Workcamps, sowie Josephine und Martin das Projekt „Die Zukunft der Zeitzeugen“ vorstellen konnten. Mindestens eine Einladung zu einem Überlebenden ergab sich direkt im Anschluß an jenen kurzen Programmpunkt.
Am Freitag begleiteten einige Vereinsmitglieder die ehemaligen Häftlinge auf einer Rundfahrt durch den Harz, während andere am Vormittag zusammenkamen, um die weitere Projektplanung voranzubringen.

Kameraworkshop_1

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Treffen an der Oder

Vom 2. bis 5. April 2009 nahmen Josephine und Martin für „Jugend für Dora e.V“, sowie Dr. Susanne Y. Urban als Vertreterin von Yad Vashem in Deutschland gemeinsam für das Projekt „Die Zukunft der Zeitzeugen“ am Treffen an der Oder teil. Fast 100 TeilnehmerInnen aus ca. 30 Projekten, die im Rahmen der Geschichtswerkstatt Europa von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert werden, kamen in Frankfurt/Oder und Słubice zusammen, um ihre Vorhaben gut gerüstet auf den Weg zu bringen. Am ersten Tag ging es vor allem darum, gegenseitig in Kontakt zu kommen und sich mit einigen Formalien sowie dem Zeitplan bezüglich der Förderung näher vertraut zu machen. Am Freitag arbeiteten die TeilnehmerInnen in verschiedenen ganztägigen Workshops, wobei wir uns gemeinsam für „Oral history-Projekte mit Überlebenden des Holocaust, von Konzentrationslagern und Zwangsarbeit“ entschieden, da dieses Thema unser Projekt maßgeblich berührt.
Der dritte Tag war für die Arbeit in den einzelnen Projekten vorgesehen. Wir konnten einige wichtige Schritte für uns klären und verbrachten dabei einen wunderbaren ersten Frühlingstag auf der Dachterrasse des Collegium Polonicum. Außerdem konnte uns Franka Kühn, die bei der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist, hilfreiche Tips für die PR bezüglich unseres Projektes geben.
Am Sonntag konnten wir an der Diskussion über die inhaltliche Ausrichtung der Geschichtswerkstatt Europa 2010 leider nicht komplett teilnehmen, da unser Zug uns bereits ab Mittag wieder Richtung Berlin brachte.
Trotz einiger Kritikpunkte und Differenzen in Bezug auf die Veranstaltung, die hier im einzelnen aber nicht erwähnt werden sollen, verbrachten wir in Frankfurt und Słubice ein spannendes und interessantes langes Wochenende mit guten Gesprächen und freundlichen neuen Kontakten.

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