Veranstaltung in Münster // 18.11.10

Am Donnerstag, den 18.11.2010 stellen wir unser Projekt und seine Ergebnisse in Münster vor.
Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr in der Villa ten Hompel (Kaiser-Wilhelm-Ring 28, Münster). Sie wird veranstaltet von der Fachschaft Geschichte an der Uni Münster und der Jugendgeschichtswerkstatt Münster.
Flyer Muenster

Radiobeitrag bei/von bermuda.funk

Auf dem freien Radio bermuda.funk Rhein-Neckar lief ein Interview zu unserem Projekt.
Es gibt eine lange und eine kurze Version davon.
Viel Spaß beim Anhören!

Broschüre online

Ab jetzt gibt es unsere Broschüre als leicht qualitätsreduzierte Web-Version zum download. Wenn Interesse an einer gedruckten Version mit DVDs besteht, get in touch: kontakt@jfd-ev.org

Jahrestag / Projektpräsentation

Der 65. Jahrestag der Befreiung von Mittelbau-Dora liegt hinter uns; sehr bewegende Tage, Begegnungen und Gespräche, aber auch die Präsentation unseres Projektes. Bisher konnten wir Komplettpakete mit Broschüre und DVDs zunächst nur an unsere InterviewpartnerInnen verteilen, da der Großteil der DVDs noch nicht fertig ist – demnächst soll aber alles vorliegen.

Hier eine erste kleine Nachlese: Die nnz berichtet mit Videobeiträgen über unsere Projektvorstellung, sowie einen Tag später über die offizielle Gedenkfeier, abermals mit einem Beitrag von Jugend für Dora.
Der Thüringer Justizminister Poppenhäger ging in seiner Rede ebenfalls auf unser Projekt ein. Aber auch Boris Pahor erwähnte unseren Besuch bei ihm in seiner Ansprache.

Beitrag auf Deutschlandradio Kultur

Im Format „Fazit“ wurde am 6. April der 5-minütige Beitrag Aussterbende Erinnerung? – Bilanzstück über das Projekt „Zukunft der Zeitzeugen“ gesendet. Und für alle, die die Ausstrahlung verpasst haben, ist die Sendung über den obenstehenden Link nachhörbar.
Außerdem gibt es auch eine kleine Textseite zum Beitrag.

Projektvorstellung

Das Projekt nähert sich nun langsam dem (vorläufigen) Ende. Die Broschüre ging gestern in Druck, auch die DVD ist kurz vor der Fertigstellung.

Am Sonntag, dem 11.04.1010, dem 65. Jahrestag der Befreiung des KZ Mittelbau-Dora, werden wir im Rahmen der Gedenkveranstaltungen unser Projekt und seine Ergebnisse vorstellen. Wir freuen uns ganz besonders, dass viele unserer InterviewpartnerInnen anwesend sein werden und laden natürlich alle Interessierten herzlich dazu ein.
Beginn ist um 9.30 Uhr im Kinosaal der Gedenkstätte.
Hier gibt es das vollständige Veranstaltungsprogramm zum 65. Jahrestag.

4. Platz beim Fotowettbewerb der Stiftung EVZ

Gestern wurde bekannt, dass wir beim Fotowettbewerb der Stiftung EVZ für das Jahr 2009 einen der vierten Plätze belegt haben. Das freut uns (und die Vereinskasse)!
Da hat es sich doch gelohnt, noch vier Stunden von Abgabefrist am Silvesterabend die Bilder einzureichen!
Unser Bild und alle anderen „GewinnerInnenbilder“ gibt es hier.

Unsere Frankreich-Reise

Prolog

Als letzte Interviewgruppe machte sich Team Frankreich am 24. September auf nach Paris. Nach einer 11stündigen Autofahrt kamen wir bei unserem Kooperationspartner, der Fondation pour la Memoire de la Deportation, am Boulevard des Invalides an. Dort wurden wir freundlich empfangen von Direktor Yves Lescure und dem derzeitigen österreichischen Gedenkdiener Stefan. Beim gemeinsamen Abendessen sprachen wir über unser Projekt, die Arbeit der Fondation und die Bedeutung des ehemaligen KZ Mittelbau-Dora und dem Außenlager Ellrich für die französische Erinnerungskultur. Anschließend bezogen wir unsere Zimmer in den Räumen der FMD.

Nach einem typisch französischen Frühstück machten wir einen kurzen Spaziergang zum Invalidendom, wo gerade eine Militärparade für die im Algerienkrieg gestorbenen französischen Soldaten stattfand. Und da waren wir: mitten drin in der französischen Erinnerungskultur. Zurück im unserem Quartier testeten wir, ob unsere Kamera sowie Lichttechnik die Fahrt gut überstanden hatten. Zudem übten wir noch einmal kurz die Einstellungen, schließlich war der Kameraworkshop eine Weile her.

Auf Umwegen zum Ziel

Mit frischen Rosen machten wir uns am Nachmittag auf zu Frau Gatellier-Auribault, unserer ersten Interviewpartnerin. Sie wohnt eine halbe Stunde von Paris entfernt in einem kleinen Vorort. Nachdem uns auf der Autobahn, die uns eigentlich zu ihr und ihrer Familie bringen sollte, der Montmartre verdächtig nahe kam, wurde uns klar, dass wir leider unsere Abfahrt verpasst hatten und dabei waren, Paris einmal zu umrunden. Da wir genau die Hälfte dieser Tour bereits geschafft hatten, wäre ein Umdrehen sinnlos gewesen und so ergaben wir uns unserem Schicksal und dem Pariser Feierabendverkehr. Mit reichlicher Verspätung erreichten wir erst gegen Abend Frau Auribault, die uns sehr herzlich begrüßte und mit ihrer Familie – Tochter, Enkel und Urenkel – bekannt machte. Sie freute sich sehr, als sie Kathy, Martin und mich erkannte, denn wir hatten ihr vorher ein Foto von uns geschickt. Frau Auribault begann gleich zu erzählen und zeigte uns als erstes die Tafel an dem Haus, in dem sie wohnte. Jene Gedenktafel erinnert an ihren Mann Roger Auribault und dessen Familie, die vor ihrer Deportation in dem Haus gelebt haben und nie wieder zurückkehrten. Die Zeit verging sehr schnell und oft mussten wir Frau Auribault mit der Bemerkung, dass wir das alles gern aufnehmen möchten, bremsen. Sie hatte für uns bereits zahlreiche Bücher, Fotos und Zeitungen sowie eine kleine Ausstellung, die vor ein paar Jahren in ihrem Ort zu sehen war, aufgestellt. Wir bemerkten schnell, dass sie sich über unser Interesse für ihre Geschichte freute und das Bedürfnis hat uns diese mitzuteilen. Vom ersten Moment an fühlten wir uns sehr wohl und schon dieses Treffen machte uns sehr gespannt auf die Interviews, die folgen sollten.

Ein Interview am historischen Ort

Am nächsten Morgen waren wir auf die Widrigkeiten der Verkehrsführung besser vorbereitet, holten unterwegs unsere Dolmetscherin Barbara Hahn ab und erreichten diesmal problemlos das Haus der Auribaults. Dieses befindet sich in der „Rue de la Familie Auribault“ und ist selbst ein Teil der Geschichte, die uns Frau Auribault im Folgenden erzählen sollte – ein Interview am historischen Ort. Während Martin und Josephine unter schwierigen Bedingungen (kleiner Raum und ein neugieriger Enkel Lorenzo) Kamera und Licht postierten, erklärten Kathy und Barbara Frau Auribault, wie das Interview ablaufen sollte. Wir begannen an diesem Tag das Interview mit der Lebensgeschichte von Frau Auribault. Sie erzählte uns von ihrer Heirat, ihrer ersten Tochter Danielle, ihrer Verhaftung, der Deportation nach Ravensbrück, der Befreiung in Holýšov
(Holleischen) und ihrem Leben nach der Rückkehr.
Am nächsten Tag stand das von Josephine geführte Interview zur Zukunft der Erinnerung an. Sie sprach mit ihr über Erinnerungskultur in Frankreich, Gedenkstätten und -veranstaltungen und fragte nach ihren Vorstellungen über die Zukunft und Bewahrung der Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Schon hier wurde uns deutlich, welch große Rolle Ellrich als ehemaliges Außenlager des KZ Mittelbau-Dora für die französischen Überlebenden spielt.
Nach dem Interview bekamen wir von Frau Auribault noch eine Führung durch den Ort, in dem es mehrere Denkmäler mit dem Namen ihrer Familie sowie einen Platz gibt, der nach ihrem Mann benannt ist. Ein sehr spannender Ausflug, besonders natürlich für uns als „erinnerungskulturelle Spurensucher“. Uns ist dabei bewusst geworden, wie Erinnerungskultur im lokalen Bereich funktioniert und ein Stückchen auch, was es für die Überlebenden bedeuten kann, jene Erinnerung aufrecht zu erhalten. Der Abschied voneinander fiel allen schwer, so viele Fragen hätten noch gestellt werden können. Drei Tage einen Einblick in ein solch bewegendes Leben zu erhalten, schafft eine ganz besondere Atmosphäre und Verbundenheit. Wir hoffen, dass wir Frau Auribault-Gatellier am Jahrestag der Befreiung in Dora bzw. Ellrich wiedertreffen.

Vor dem Haus der Auribaults: im Hintergrund ist die Gedenktafel zu sehen
Vor dem Haus der Auribaults: im Hintergrund ist die Gedenktafel zu sehen

Über den Dächern von Lyon

Am nächsten Tag fuhren wir direkt von Paris aus nach Lyon, wobei uns Barbara Hahn abermals begleitete. Als wir am Abend ankamen, wurden wir von den Boussons in ihrem wunderbar gelegenen Appartement mit Panoramablick über die ganze Stadt bis zum Montblanc in Empfang genommen. Für Kathy und Herrn Bousson war es ein Wiedersehen nach längerer Zeit, die beiden kannten sich bereits seit einigen Jahren über „Jugend für Dora“. Viel Zeit zum Verweilen blieb uns jedoch zunächst nicht, da wir bei der Tochter von Herrn Bousson untergebracht waren und dort – wie wir an dem Abend erst erfuhren – zum Essen anlässlich des 81. Geburtstages von Herrn Boussons Frau eingeladen waren. Uns erwartete ein echt französisches Mehr-Gänge-Menü im Familienkreise, wo wir sehr herzlich und interessiert aufgenommen wurden uns uns sofort wohl fühlten. Wohlgenährt und gestärkt begaben wir uns in unsere herrlichen Betten, gespannt auf die nächsten Tage und die Interviews.
Diese führte diesmal Martin; natürlich mit der großartigen Barbara Hahn als Sprachrohr, die abermals Großartiges leistete – menschlich und als Dolmetscherin. Am ersten Tag erzählte uns Herr Bousson seine spannende Lebensgeschichte, in der wir schon viele Zugänge für unsere Fragen zur „Zukunft der Zeitzeugen“ fanden. In den Interviewpausen zeigte er uns Familienfotos und gesammelte Dokumente – von Postkarten bis zu einem Briefwechsel mit Wernher von Braun. Den Abend ließen wir bei einem Wein und angeregtem Gespräch in der Altstadt von Lyon ausklingen.
Tags darauf konnten wir unsere Fragen zur Zukunft der Erinnerung stellen, wobei sich ein sehr interessantes Gespräch mit Herrn Bousson entwickelte. Mehr davon wird in der Videodokumentation zu sehen sein!
Wie am Vortag wurden wir von Frau Bousson ganz wunderbar bekocht. Vom Hauptgang bis zu Wein und Käse – nun wissen wir, warum Lyon als „kulinarisches Mekka“ bezeichnet wird. Am Abend bestand Herr Bousson noch darauf, Barbara Hahn selbst zum Flughafen zu fahren, wir verabschiedeten uns und hoffen freilich ebenfalls auf ein baldiges Wiedersehen.
Für uns drei ging es noch in der selben Nacht mit den wertvollen Videobändern zurück nach Paris an die alte Adresse – „Boulevard des Invalides“. Unsere Nachtruhe und den darauf folgenden Erholungstag hatten wir uns redlich verdient.

Herr Bousson zeigt uns Fotos und Dokumente
Herr Bousson zeigt uns Fotos und Dokumente

Epilog

Wir hatten noch ein Treffen mit Herrn Lescure offen, der mit uns zur Ile de la Cité fuhr, wo wir eine exklusive Führung am Mahnmal für die Deportierten bekamen. Danach besuchten wir das nahegelegene Mémorial de la Shoa, wo wir eine sehr bewegende Ausstellung zu sehen bekamen. Sehr schön war es, danach im Marais aktives lebendiges jüdisches Leben zu erfahren und Falafel zu essen, die tatsächlich fast so gut war wie die israelische.
Am nächsten Tag gab es im Invalidendom noch eine ältere Ausstellung zu Resistance und Deporation zu sehen, sowie eine neuere zu den Weltkriegen. Und wie zur Begrüßung gab es – diesmal zum Abschied am Arc de Triomphe – eine Militärparade.

Yves Lescure, Kathy, Stefan und Josephine am Memorial des Martyrs de la Deportation
Yves Lescure, Kathy, Stefan und Josephine am Memorial des Martyrs de la Deportation

An dieser Stelle ganz herzlichen Dank – zunächst an Barbara Hahn, die uns eine unglaubliche Hilfe war! Sie dolmetschte für uns bis zur Erschöpfung – die Interviews, aber auch alles drumherum. Auch die Gespräche und Reflexionen mit ihr waren für alle sehr bereichernd.
Ermöglicht hat uns die Reise und die Erfahrungen zu einem großen Teil die FMD, für das Sponsoring, die Essensgutscheine, die Unterkunft und jegliche andere Unterstützung auch hier ein großes Dankeschön!
Der größte Dank gebührt freilich unseren InterviewpartnerInnen, die uns nicht nur geduldig unsere Fragen beantworteten, sondern uns mit ihrer herzlichen Wärme eine sehr angenehme Zeit bereitet haben, die wir nicht vergessen werden!

Auf ein baldiges Wiedersehen mit allen hofft
Team Frankreich

Der Zwischenstand

In einer gemütlichen Runde fand am 24. und 25.10.2009 im Haus- und Kulturprojekt „B12“ in Leipzig ein Zwischenstand-Treffen statt.
Nach den Reisen zu Überlebenden in Frankreich, Israel, Belgien, Polen, der Ukraine und Italien haben wir Filmmaterial von über 65 Stunden. Nun standen wir wir vor dem Problem „Wie geht es weiter?“. Es musste geklärt werden, wie wir die Interviews digitalisieren, wie wir das Aufgenommene schneiden, denn auf die Internetplattform können unmöglich 65 Stunden Interview gezeigt werden. Wir haben uns entschieden, für Die Zukunft der Zeitzeugen relevante Cluster zu suchen, nach denen dann Interviewausschnitte zu sehen sein können. Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, denn nur Ausschnitte zu zeigen bedeutet, dass die Interviews „beschnitten“ werden und wir in der Rolle stecken, auszuwählen, was zu unseren Thema passen könnte.
Unsere größten Probleme stellen das technische Know-How und die Übersetzung der Inteviews dar, doch mittlerweile haben wir uns Hilfe an Land gezogen.
Weiterhin haben wir besprochen, wie die Broschüre aussehen soll. Zunächst werden in deutsch (weitere Sprachen folgen hoffentlich!) Lebensläufe unserer Interviewpartner und Berichte der Reisen veröffentlichen werden. Unser Zeitplan sieht vor, dass wir bis Dezember sowohl die Interviews untertitelt, als auch die Broschüre fertiggestellt haben.
Daumendrücken ist erwünscht!

Diskussion zur neuen Ausschreibung

Auf „unserem“ Blog der Geschichtswerkstatt kann man nun die Antwort auf unseren Offenen Brief bezüglich der neuen Ausschreibung nachlesen.